Bekenntnis des Glaubens

Präambel: Die Grundpfeiler

Der Ausgangspunkt ist die souveräne Gnade Gottes, durch die wir allein aus Glauben gerettet sind – ein reines Geschenk (Epheser 2,8). Auf diese göttliche Initiative antworten wir mit einem Leben der Treue zu Seinen Geboten, denn Er, der uns heiligt, ist heilig (3. Mose 20,7–8). Diese Treue findet ihre höchste Erfüllung im Wandel in der Liebe, denn die Liebe ist das Ziel aller Gebote, wie es unser Herr Jeschua vorgelebt und gelehrt hat (Johannes 15,10). Wir glauben, dass ein rettender Glaube sich stets in Werken zeigt. Ein Glaube hingegen, der keine Werke hervorbringt, ist tot und damit kein wahrer Glaube.

Das Glaubensbekenntnis

Artikel I: Über Gott den Vater und die heilige Schrift

Wir glauben an den einen Gott, JHWH, den allmächtigen Vater und Schöpfer, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wir glauben an Seine Tora, die ewige Weisung zum Leben, wie sie in den fünf Büchern Mose offenbart ist. Wir glauben an die volle göttliche Inspiration der Bibel, wie sie in den 66 Büchern des protestantischen Kanons zusammengefasst ist.

Artikel II: Über Jeschua den Messias, den Sohn Gottes

Wir glauben an Jeschua, den Gesalbten, den eingeborgenen Sohn Gottes und unseren einen Herrn, durch den der Vater alles geschaffen hat. Empfangen durch den Heiligen Geist und geboren von der Jungfrau Mirijam, lebte er ein sündenloses Leben, wurde unschuldig gekreuzigt, starb und wurde begraben. Nach drei Tagen und drei Nächten ist er auferstanden, fuhr in den Himmel auf und sitzt zur Rechten des Vaters, von dem er alle Ehre empfing. Er wird wiederkommen, richten und sein tausendjähriges Reich aufrichten. Danach wird er die Herrschaft dem Vater übergeben, damit Gott alles in allem sei.

Artikel III: Über den Heiligen Geist und die Gemeinde Israel

Wir glauben an den Heiligen Geist, der uns in die Wahrheit leitet und zum Gehorsam befähigt. Wir glauben an die eine Gemeinde Israel, die durch das Blut des Messias aus gläubigen Juden, den wiederhergestellten verlorenen Stämmen sowie gläubigen Heiden gebildet wird, die in den edlen Ölbaum eingepfropft sind (Römer 11,17–24; Epheser 2,14–16). Wir glauben, dass das Haus Juda nicht endgültig verworfen ist, sondern die Verheißung hat, dass am Ende ein Drittel von ihnen geläutert wird, den Namen JHWHs durch Jeschua anrufen und als Sein Volk in die Gemeinde Israel zurückkehren wird (Sacharja 13,8–9; Römer 11,25–26).

Artikel IV: Über die letzte Hoffnung und die Ehre des Vaters

Wir erwarten die Auferstehung der Toten, das ewige Leben, das tausendjährige Reich und die kommende neue Welt. Wir bekennen, dass alles zur Ehre Gottes, des Vaters, geschieht, dem durch Jeschua, unseren Herrn, alle Anbetung gebührt. Amen.

Auslegung des Bekenntnisses

Zu Artikel I: Der allein wahre Gott und die heilige Schrift

Wir bekennen den einen Gott, den Vater, den allein wahren Gott (Johannes 17,3), und erkennen in Ihm den Träger des Bundesnamens JHWH, den Gott der Patriarchen. Er ist keine abstrakte Kraft, sondern der lebendige Gott, der in der Geschichte handelt. Sein Gesetz ist keine Last, sondern Ausdruck Seiner Weisheit und Liebe – eine ewige Weisung, die zum Leben, zur Heiligung und zur Gerechtigkeit führt. Es bildet das Fundament für das Leben Seines Volkes. Wir glauben, dass die ganze Heilige Schrift von Gott inspiriert ist – auch die fünf Bücher Mose, die nach dem Zeugnis des Apostels Paulus „zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“ gegeben sind (vgl. 2. Timotheus 3,16). Unser Bekenntnis gründet sich auf den protestantischen Kanon von 66 Büchern. Dabei erkennen wir an, dass die Gliederung einzelner Schriften in der Überlieferung unterschiedlich war: z.B. galten die Psalmen einst als fünf Bücher, und 1. und 2. Samuel bildeten ursprünglich eine Schriftrolle.

Zu Artikel II: Jeschua, der Sohn und Herr

Wir unterscheiden klar zwischen dem „einen Gott“, dem Vater, und dem „einen Herrn“, Jeschua dem Messias (1. Korinther 8,6). Jeschua ist der präexistente Sohn, durch den der Vater die Welt erschaffen hat (Kolosser 1,16). Er ist göttlich und von selber Art wie der Vater. Wir glauben, dass er im Alten Testament als der Bote JHWHs aktiv war und als JHWH im Auftrag des Vaters handelte. Seine Herrlichkeit und Autorität hat er vom Vater empfangen (2. Petrus 1,17). Sein gesamtes Werk – von der Schöpfung über die Erlösung bis hin zu seiner zukünftigen Herrschaft – dient einem Ziel: Am Ende wird er das Reich dem Vater übergeben, damit Gott, der ihm alles unterworfen hat, der Höchste über alles und in allem ist (1. Korinther 15,24–28).

Zu Artikel III: Der Geist und die eine Gemeinde Israel

Der Heilige Geist ist die vom Vater und vom Sohn ausgehende Gegenwart und Kraft, die uns befähigt, in der Wahrheit zu leben und der Tora gehorsam zu sein. Durch diesen Geist wird die eine Gemeinde Israel gebaut. Diese Gemeinde ist das wiederhergestellte Volk Gottes, das aus mehreren Teilen besteht:
1. Gläubige aus dem Haus Juda (die Juden): Sie sind die natürlichen Zweige des edlen Ölbaums (Römer 11).
2. Gläubige aus den Heiden und den verlorenen Stämmen Israels: Sie sind die wilden Zweige, die durch den Glauben an den Messias Jeschua in denselben Ölbaum eingepfropft werden (Römer 11,17–24).
Durch das Opfer des Messias wurde die trennende Mauer zwischen Juden und Heiden niedergerissen, um aus beiden ‚einen neuen Menschen‘ zu schaffen und sie in einem Leib mit Gott zu versöhnen. Diese Trennung entstand durch den Missbrauch des Gesetzes – durch von Menschen hinzugefügte Gebote, die sogenannten Satzungen (δόγματα), die Jesus in Seiner Lehre ausdrücklich verurteilte (Epheser 2,14–16). Wir halten fest an der prophetischen Hoffnung für das Haus Juda. Obwohl viele den Messias noch nicht erkennen, sind sie nicht endgültig verworfen. Die Schrift verheißt eine zukünftige Läuterung und Bekehrung, bei der ein Überrest – ein Drittel – gerettet wird und den Namen JHWHs anruft (Sacharja 13,8–9). Dies erfüllt das Geheimnis, von dem Paulus spricht: „… bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden“ (Römer 11,25–26). Sie werden dann wieder in ihr eigenes Volk, die eine Gemeinde Israels, aufgenommen.

Zu Artikel IV: Die Hoffnung und das endgültige Ziel

Unsere Hoffnung ist die Auferstehung der Toten, die Teilhabe an der göttlichen Natur. Wir erwarten das tausendjährigen Reich und das ewige Leben im Reich Gottes, des Vaters. Der theologische Schlussstein unseres Glaubens ist jedoch, dass alles, was geschieht, letztlich zur Verherrlichung Gottes, des Vaters, dient. Alle Anbetung gebührt allein Ihm. Wir nahen uns Ihm jedoch durch den einzigen Mittler und Hohepriester, unseren Herrn Jeschua den Messias, durch den alle Ehre zum Vater gelangt (Epheser 5,20; Philipper 2,11).