Biblische Lehre
Christliche Lebensführung

Sein Wort halten als Christ

Ein Artikel von Miguel Garcia

In einer Welt voller leerer Versprechungen und unverbindlicher Worte sind wir als Nachfolger Jeshuas dazu berufen, wahrhaftig zu sein – in unseren Worten und Taten.


Wer kennt es nicht: Jemand trifft eine Aussage, setzt das Gesagte aber nicht um? Oder du verabredest dich, und derjenige kommt nicht oder sagt ständig ab. Wir kennen Menschen, die von Dingen sprechen, die sie alles machen wollen, aber es passiert nichts.

Ist es Sünde, wenn jemand sein Wort nicht hält? Oder ist es Sünde, wenn jemand unzuverlässig ist? Was sagt die Bibel dazu?

Die Lehre Jesu über das Schwören

In Matthäus 5,33-37 finden wir eine klare Aussage unseres Herrn und Erlösers Jeshua:

„Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten«. Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.“

— Matthäus 5,33-37

Zu Beginn stellt Jeshua klar, dass wir nicht auf eigens erdachte Dinge schwören sollen. Zur Zeit Jeshuas war es üblich, Schwüre nicht direkt bei Gott abzulegen, sondern bei etwas, das mit Gott verbunden ist. Unser Herr zeigt uns, dass alles Gott gehört. Ein Schwur auf den Besitz von jemand anderem ist bedeutungslos. Wir können daher nur auf den Namen Gottes schwören, und so sagt es auch das Gesetz:

„...sondern du sollst JHWH, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.“
— 5. Mose 6,13

Da Jeshua in Matthäus 5,17 das Gesetz des Mose als gültig bestätigt und er nicht vorhatte, es aufzulösen, kann mit seiner Aussage nicht gemeint sein, dass keiner mehr schwören darf. Vielmehr prangert er die Praktiken der Schriftgelehrten und Pharisäer an, die nicht mehr auf den Namen Gottes schworen.

So wurden Schwüre wahrscheinlich auch inflationär ausgesprochen. Jeder kennt es, besonders von Jugendlichen, die in jedem zweiten Satz „irgendwas schwören“. Jeshua zeigt, dass unsere Rede als Christen wahrhaftig sein soll. Das bedeutet, dass das, was du gesagt hast, auch eintreffen sollte.

Gott als Vorbild der Treue

Gott selbst ist treu in seinem Wort. Als seine Kinder, die in seinem Bilde geschaffen sind, sind wir aufgerufen, ihm in dieser Treue nachzufolgen.

„Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge, noch ein Menschenkind, daß ihn etwas gereuen würde. Was er gesagt hat, sollte er es nicht tun? Was er geredet hat, sollte er es nicht ausführen?“
— 4. Mose 23,19

Der Apostel Paulus fordert uns in Epheser 5,1 auf: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder.“

Unser König Jeshua, der den Vater auf Erden repräsentiert, hat nie ein Wort nicht eingehalten. Die Schrift zeigt mehrfach, dass wir so wandeln sollen wie er (Römer 8,29; 1. Johannes 2,6; Philipper 2,5).

Die Warnung vor dem Gericht

Jakobus wiederholt die Aussage Jeshuas mit großem Ernst:

„Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid; euer Ja soll ein Ja sein, und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.“
— Jakobus 5,12

Was bedeutet das für uns?

Unser „Ja“ soll ein echtes „Ja“ sein, und unser „Nein“ ein echtes „Nein“. Unverbindlichkeit, falsche Versprechungen oder unehrliche Zusagen verstoßen gegen diese Anweisungen. Es ist also Sünde, bewusst oder unbewusst dagegen zu verstoßen. Das Gericht, von dem Jakobus spricht, ist die Konsequenz des Wortbruchs.

Wahrhaftigkeit im Alltag

Doch was bedeutet es konkret, unser Wort zu halten?

  • Menschen laden andere ein, wollen aber eigentlich gar nicht, dass sie kommen. Sie machen es nur aus falscher Höflichkeit.
  • Vielleicht bist du jemand, der seiner Familie oder in der Gemeinde große Vorhaben anpreist, aber danach merkst du, dass du es eigentlich gar nicht umsetzen willst – oder gar nicht weißt, wie du es angehst, und es dann sein lässt.

Ist das Wahrhaftigkeit?

Wenn du jemanden nicht von Herzen einladen möchtest, lass es sein. Hast du Dinge vor? Kündige sie nicht groß an, sondern mach es einfach.

Unser Zeugnis hängt an unserer Wahrhaftigkeit. Als Christen sollen wir Licht und Salz in dieser Welt sein (Matthäus 5,13-16). Wenn wir unser Wort nicht halten, verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit.

„Wahrhaftige Lippen bestehen ewiglich, die Lügenzunge nur einen Augenblick.“

— Sprüche 12,19

„Wie aufziehende Wolken und Wind ohne Regen, so ist ein Mensch, der lügenhafte Versprechungen macht.“

— Sprüche 25,14

Ein Christ gibt sein Wort nicht leichtfertig, sondern steht zu seinen Zusagen – auch wenn es mal zu seinem Nachteil ist.

Natürlich können wir nicht perfekt sein, und manchmal liegt es auch nicht an uns. Bei vielen scheint das aber eine willkommene Ausrede zu sein, sich nicht an das Gesagte halten zu müssen. Manchmal sagen wir etwas leichtfertig, aber in guter Absicht. Frag dich: Machst du das, um Menschen zu gefallen, oder weil du wirklich helfen willst? Wer wirklich etwas tun will, der findet auch einen Weg, es umzusetzen.

Was tun, wenn wir versagt haben?

Bete, dass Gott dir dabei hilft. Sein Geist wird uns die Kraft geben, unser Wort zu halten, selbst wenn es uns etwas kostet. Aber was kannst du tun, wenn du es mal wirklich nicht geschafft hast?

Vielleicht erinnerst du dich an Momente, in denen du dein Wort nicht gehalten hast. Vielleicht hast du etwas gesagt, das du machen wolltest, oder du musstest absagen.

Wenn es dir einfällt: Biete an, es nachzuholen, oder entschuldige dich so schnell du kannst.

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
— 1. Johannes 1,9

Lassen wir uns von Jeshua erneuern und bitten wir um Vergebung, wenn wir versagt haben. Gleichzeitig sollten wir dort, wo es möglich ist, unser Wort nachträglich einlösen oder es wiedergutmachen.