Hast du missverstanden, was das Neue Testament über das Gesetz Gottes lehrt?
Dieser Text basiert auf Inhalten von 119 Ministries und wurde von Daniel Wolff zusammengetragen sowie als Artikel verfasst.
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Gottes Gesetz im Neuen Bund – Jetzt auf Amazon ansehenVorwort
In diesem Artikel möchten wir der Frage nachgehen, ob Gottes Gesetz auch im Neuen Bund weiterhin gültig ist und was das Neue Testament dazu lehrt. Viele Christen glauben, dass Paulus gegen das Gesetz Gottes lehrte oder dass Jesus die Gebote ans Kreuz nagelte. Aber ist das wirklich wahr?
Diese Fragen sind von großer Bedeutung, da sie unser Glaubensleben maßgeblich beeinflussen. Darf ich als Nachfolger Christi alles essen? Sollte ich am Sonntag oder am Sabbat ruhen? Ist es wichtig, mich für Gott zu heiligen und auf das zu hören, was er in seinem Gesetz sagt?
Dieser Artikel ist so aufgebaut, dass wir zunächst einige Fragen zu dieser Thematik stellen, die dich zum Nachdenken anregen sollen. Danach betrachten wir die klaren Worte Jesu zu diesem Thema und prüfen, ob es einen Widerspruch zwischen seinen Aussagen und denen des Apostels Paulus gibt. Zudem nehmen wir weitere Bibelstellen unter die Lupe, die auf den ersten Blick so wirken, als würden sie gegen das Gesetz Gottes sprechen.
Im Kapitel darauf untersuchen wir, ob das Neue Testament tatsächlich die Speisegebote aufhebt und wie wir Bibelstellen verstehen sollten, die scheinbar darauf hinweisen. Danach widmen wir uns der Frage, wie es in der Christenheit zum Übergang vom Sabbat zum Sonntag als Ruhetag kam. Wir analysieren, ob es Christen gab, die den Sabbat weiterhin hielten, und wie diese Veränderung geschichtlich verlaufen ist.
Im letzten Kapitel befassen wir uns mit den biblischen Festtagen und zeigen, wie sie auf Christus hinweisen und welche geistliche Bedeutung sie für uns als Gläubige haben. Wir werden untersuchen, warum es nicht nur sinnvoll, sondern auch bereichernd ist, diese Feste zu seinen Ehren zu feiern.
Bitte beachte, dass dieser Artikel nur die zentralen Aspekte dieses Themas behandelt und kein umfassendes Lehrbuch darstellt. Dennoch soll er dir eine solide Grundlage bieten, um die Bedeutung von Gottes Geboten besser zu verstehen und ihre Relevanz für unser Glaubensleben zu erkennen.
Kapitel 1: Fragen und Antworten: Ist Gottes Gesetz für Christen noch gültig?
Kann man etwas verbessern, das bereits perfekt ist?
Psalm 19,8 sagt, dass das Gesetz Gottes vollkommen ist.
Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise.
Dennoch behaupten einige, dieses vollkommene Gesetz sei „verbessert“ oder sogar außer Kraft gesetzt worden. Kann etwas, das bereits perfekt ist, noch verbessert werden? Ergibt es Sinn, dass Gott etwas abschafft, das er als fehlerlos bezeichnet? Ist es möglich, dass viele missverstehen, was das Neue Testament über das Gesetz Gottes lehrt?
Muss man von etwas befreit werden, das bereits Freiheit darstellt?
Psalm 119,44-45 sagt, dass das Gesetz Gottes Freiheit schenkt.
Ich will dein Gesetz stets bewahren, immer und ewiglich. Und ich werde wandeln in weitem Raum; denn ich suche deine Befehle.
Dennoch lehren einige, dass Gläubige vom Gesetz Gottes „befreit“ worden seien. Warum sollte Gott uns von etwas befreien, das uns "weiten Raum" gibt? Ist es möglich, dass viele missverstehen, was das Neue Testament über das Gesetz Gottes lehrt? Wenn das Gesetz Freiheit ist, sollten wir dann wirklich von der Freiheit „befreit“ werden wollen?
Ist wirklich die gesamte Schrift zur Unterweisung in Gerechtigkeit bestimmt?
In 2. Timotheus 3,16 bestätigt Paulus: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“. Dennoch argumentieren einige, dass bestimmte Teile der Schrift – insbesondere Gottes Gesetze – außer Kraft gesetzt worden seien und für Gläubige heute nicht mehr gelten. Wenn das wahr wäre, dann wäre zumindest ein Teil der Schrift nicht mehr nützlich zur Unterweisung in Gerechtigkeit. Doch ist das wirklich das, was Paulus sagt?
Wenn Paulus von „aller Schrift“ spricht, meint er dann wirklich jedes Wort oder nur ausgewählte Teile? Könnte es sein, dass viele heute missverstanden haben, was das Neue Testament tatsächlich über Gottes Gesetz lehrt?
Gottes Gesetz ist vollkommen, schenkt Freiheit und dient zur Unterweisung in Gerechtigkeit – warum sollten wir nicht danach streben, es in seiner Gesamtheit zu verstehen und in unserem Leben anzuwenden?
Gottes Gesetz zu unserem Besten
Die Bibel lehrt, dass Gottes Gebote dazu bestimmt sind, uns zu segnen und uns zu leiten. Psalm 119,1-2 verkündet: "Wohl denen, die im Weg untadelig sind, die wandeln nach dem Gesetz des Herrn! Wohl denen, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen". Warum also sollte Gott etwas abschaffen das immer dazu gedacht war, Leben und Segen zu bringen?
Der Prophet Jesaja warnt vor einer Zeit, in der die Menschen Böses gut und Gutes böse nennen werden (Jesaja 5,20). Sehen wir dies heute in der Art und Weise, wie einige Gottes Gebote anwenden?
Stell dir diese Fragen:
- Wenn das Gesetz Liebe ist (Matthäus 22,37-40), ändert sich dann der Maßstab dafür, wie wir Gott und andere lieben sollen?
- Wenn das Gesetz ewige Prinzipien der Gerechtigkeit lehrt (5. Mose 10,12-13), wie könnte das Gesetz nach dem Kreuz abgeschafft werden?
Wir wissen aus der Schrift, dass Gott in seinem Wesen und seinen Absichten beständig ist. Er ist ewig und ändert sich nicht (Maleachi 3,6; Hebräer 13,8).
Gottes Wort spiegelt dieses unveränderliche Wesen wider. Gott hat immer diejenigen gesegnet, die seine Gebote halten, und wird dies auch immer tun. Wenn wir seine Gebote ablehnen, schaffen wir nicht nur Widersprüche in der Schrift, sondern berauben uns auch der Fülle von Gottes Segnungen.
Gottes Gesetz wurde zu unserem Besten gegeben und spiegelt seinen ewigen Charakter wider.
Chaos und Widersprüche
Gottes Wort ist wahr, und er ist nicht ein Gott des Chaos. Dennoch führen einige gängige Auslegungen des Neuen Testaments zu erheblichem Chaos und zu dutzenden Widersprüchen.
Stell dir diese Fragen:
- 1. Johannes 3,4 sagt, dass Sünde die Übertretung des Gesetzes Gottes ist. Doch einige behaupten, dass die Übertretung des Gesetzes keine Sünde mehr sei. Kann etwas, das an einem Tag Sünde ist, am nächsten Tag keine Sünde mehr sein? Ändert sich Gottes Definition von Sünde?
- Jesaja 40,8 sagt, dass Gottes Wort für immer besteht.
Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit!
Doch einige behaupten, dass Teile von Gottes Wort zeitlich begrenzt oder heute irrelevant seien. Wie kann etwas, das für immer besteht, zeitlich begrenzt sein? Und wenn es weiterhin besteht, wie kann es dann irrelevant sein?
In Matthäus 5,17-19 erklärte unser Messias, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz abzuschaffen, sondern um es zu erfüllen. Er warnte davor, dass nicht einmal der kleinste Teil des Gesetzes vergehen werde, bis Himmel und Erde vergehen. Doch einige sagen, dass Paulus Teile des Gesetzes für abgeschafft erklärt habe. Warum sollte ein Apostel Christi Christus selbst widersprechen?
Wenn wir glauben, dass Gottes Wort ewig und unveränderlich ist, müssen wir die gesamte Schrift in Einklang bringen, ohne Widersprüche zu schaffen.
Kapitel 2: Stehen die klaren Worte Jesu im Widerspruch zu den Aussagen des Apostels Paulus?
Sollten Christen das Gesetz aus dem ersten Testament halten? Oder hat Jesus das Gesetz abgeschafft, als er sein Werk am Kreuz vollendete?
Wenn wir über das Gesetz im ersten Testament sprechen, beziehen wir uns auf das, was die Schrift oft als das Gesetz Gottes oder das Gesetz des Mose bezeichnet. Es wird das Gesetz des Mose genannt, weil Mose der Prophet war, der es niedergeschrieben hat. Dieses Gesetz wird auch Tora genannt, da Tora das hebräische Wort für Gesetz ist. Gottes Gesetz findet sich in den Büchern Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium.
Es gebietet Dinge wie die Ruhe am siebten Tag der Woche (2. Mose 20,9), den Verzicht auf Schweinefleisch und Schalentiere (3. Mose 11,7, 10) und das Gebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (3 Mose 19,18).
Im ersten Testament wurde von Gottes Volk erwartet, dass es seine Tora, das Gesetz des Mose, befolgte. Doch viele glauben, dass sich diese Erwartung im Neuen Testament geändert hat. Sie behaupten, dass das Gesetz abgeschafft wurde, als Jesus am Kreuz starb. Aber ist das wahr? Können wir die Tora jetzt ignorieren, da wir Christus nachfolgen? Jesus gibt eine direkte Antwort auf diese Frage in Matthäus 5,17-20.
Jesus sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen“ (Matthäus 5,17).
Das Wort „auflösen“ (kataluo) bedeutet „außer Kraft setzen“ (BDAG, „καταλύω“). Jesus sagt also ausdrücklich, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Stattdessen sagte er: „Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!“ Einige verstehen dies so, dass Jesus das Gesetz durch seine Erfüllung obsolet gemacht hat.
In den Worten des christlichen Autors Andy Stanley wird dies ziemlich deutlich:
„Jesus hat das Gesetz nicht abgeschafft, als er es erfüllte. Aber indem er es erfüllte, machte er es...obsolet.“ (Andy Stanley, Irresistible: Reclaiming the New that Jesus Unleashed for the World (Grand Rapids, MI: Zondervan, 2018), S. 110)
Also hat Jesus das Gesetz nicht abgeschafft, aber er hat es obsolet gemacht?
Diese Interpretation ergibt nicht viel Sinn. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Abschaffen von etwas und dem Obsoletmachen. Das Endergebnis ist genau dasselbe. Das Wort „erfüllen“ kann nicht dasselbe bedeuten wie „abschaffen“.
Ein besseres Verständnis des Wortes „erfüllen“ in Matthäus 5,17 ist „zur vollen Entfaltung bringen = seinen wahren Sinn offenbaren“ (BDAG, „πληρόω“). Mit anderen Worten: Jesus erfüllt das Gesetz, indem er lehrt und aufzeigte, wie man es richtig einhält. Dies bietet nicht nur einen tatsächlichen Kontrast zum Wort „abschaffen“, sondern passt auch viel besser zum Rest von Matthäus, Kapitel 5. In diesem Kapitel erläutert Jesus das Gesetz und bringt seine wahre Anwendung und Bedeutung zum Ausdruck.
Im nächsten Vers erklärt Jesus, dass kein Jota oder Strich vom Gesetz vergehen wird, bis Himmel und Erde vergehen und alles erfüllt ist (Matthäus 5,18). Das bedeutet, dass nichts vom Gesetz aufgehoben wird, bis das gegenwärtige Zeitalter endet und der neue Himmel sowie die neue Erde anbrechen, wenn dieses Universum vergeht (2. Petrus 3,7.13; Offenbarung 21,1). Jesus betont also nicht nur, dass er das Gesetz nicht abschaffen will, sondern auch, dass es so lange gültig bleibt, wie Himmel und Erde existieren. Es wird nicht einfach verschwinden.
In Vers 19 ermahnt Jesus seine Nachfolger, selbst die kleinsten Gebote des Gesetzes zu halten und zu lehren (Matthäus 5,19). Er warnt davor, dass jeder, der auch nur das kleinste Gebot „auflöst“, als der Kleinste im Reich der Himmel genannt wird. Doch was bedeutet es, ein Gebot „auflösen“? Das griechische Wort luo, das hier verwendet wird, ist mit kataluo verwandt – dem Begriff, der in Vers 17 mit „abschaffen“ übersetzt wird (BDAG, „λύω“). Im Wesentlichen sagt Jesus: Da er selbst das Gesetz nicht aufhebt, sollen es auch seine Nachfolger nicht tun.
Schließlich ruft Jesus in Vers 20 seine Nachfolger zu einer Gerechtigkeit auf, die die der Schriftgelehrten und Pharisäer übertrifft. Mit anderen Worten, wir müssen das Gesetz besser halten als sie. Wie halten die Nachfolger Jesu das Gesetz besser als die Schriftgelehrten und Pharisäer? Indem wir es auf die Weise halten, wie Jesus es uns beigebracht hat. Darum geht es in der Bergpredigt. Jesus lehrte den richtigen Weg, das Gesetz zu halten, und erklärte, warum sein Weg besser war als der der Schriftgelehrten und Pharisäer.
Sollten Christen also das Gesetz des Alten Testaments halten?
Es scheint, als gebe uns Jesus in Matthäus 5 eine klare Antwort. Die christliche Gelehrte Dr. Carmen Imes fasst Jesus' Antwort sehr gut zusammen:
„Jesus schafft das Gesetz des Alten Testaments nicht ab. Er ruft die Menschen zurück zu ihm. Und er hält sie an, es zu halten.“ (Carmen Imes, Bearing God's Name: Why Sinai Still Matters (Downer's Grove, IL: Intervarsity Press, 2019), 143.)
Natürlich besteht die Bibel aus mehr als nur Matthäus Kapitel 5. Was machen wir also mit anderen Bibelstellen, die scheinbar sagen, dass Christen das Gesetz des Mose nicht halten sollen?
Wenn wir auf einen scheinbaren Widerspruch in der Schrift stoßen, ist es ein gutes hermeneutisches Prinzip, schwierige Passagen im Licht klarer Passagen zu interpretieren. Matthäus 5,17-20 ist ein Beispiel für eine klare Passage. Wie der Neutestamentler Dr. J. Andrew Overman schreibt:
„Obwohl diese Passage Gegenstand lebhafter Diskussionen ist, ist sie unmissverständlich und fordert tatsächlich Gehorsam gegenüber der ganzen Tora.“ (J. A. Overman, Church and Community in Crisis: The Gospel According to Matthew (Valley Forge, PA: Trinity Press International, 1996), 78.)
Im Gegensatz zu dieser einfachen, klaren Aussage Jesu sind die Aussagen des Paulus komplexer. So sagt Paulus in Römer 6,14, „weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“ Er erklärt aber in Römer 7,22, „Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes“. In Galater 5,18 schreibt er: "Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz."
Er begründet aber nur wenige Verse später, dass die Frucht des Geistes nicht gegen das Gesetz ist (Galater 5,23).
Paulus argumentiert differenziert, und seine Ausführungen sind nicht immer leicht zu verstehen. Deshalb sollten wir sie im Licht von Matthäus 5,17-20 interpretieren – und nicht umgekehrt. Du kannst dir sicher sein, dass es eine Möglichkeit gibt, diese schwierigen Passagen in Galater und Römer mit der Lehre Jesu in Matthäus 5,17-20 in Einklang zu bringen. Der christliche Gelehrte Dr. Daniel Block gibt dazu wertvolle Einblicke:
„In Römer und Galater richtet sich [Paulus'] Argumentation gegen diejenigen, die das Gesetz zu einem Mittel der Erlösung (eine eng gefasste, selbstgerechte Auslegung der hebräischen Tora) pervertieren, anstatt es – so wie Mose es verstand – als eine Antwort auf die Erlösung zu sehen. Während Paulus' Reaktionen auf diese Irrlehre oberflächlich betrachtet oft im Widerspruch zu Mose zu stehen scheinen, sollten diese Aussagen im Kontext und als rhetorische Erwiderungen auf seine Gegner verstanden werden. In seiner eigenen Haltung zum ‚Gesetz‘ stand Paulus vollkommen im Einklang mit Mose: Gehorsam gegenüber dem Gesetz war kein Mittel, um Erlösung zu erlangen, sondern eine willige und dankbare Antwort auf die bereits empfangene Erlösung.“ (Vgl. Daniel Block, The Gospel According to Moses: Theological and Ethical Reflections on the Book of Deuteronomy (Eugene, OR: Cascade Books, 2012), S. 3)
Wie wir sehen, betrachtete Paulus das Gesetz selbst als etwas Gutes (Römer 7,12).
Wenn wir seine Aussagen im Kontext lesen, erkennen wir, dass Paulus nicht gegen das Gesetz war, sondern gegen dessen Missbrauch. Sein Anliegen war es zu betonen, dass wir aus Gnade durch den Glauben gerettet werden.
Doch er schreibt auch: „Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz“ (Römer 3,31). Wir laden dich ein, die Schrift mit neuen Augen zu betrachten und dieses Thema im Licht der klaren Aussage Jesu zu überdenken. Bei Logos Apologetik (https://www.youtube.com/@LogosApologetik) bieten wir zahlreiche ausführliche Lehrvideos zu diesem Thema an, die dir weiterhelfen könnten - mehr dazu auf Seite 32.
Hat Jesus das Gesetz abgeschafft? Keineswegs. Gottes Gesetz, die Tora, ist auch heute noch relevant. Und wir als Christen sollten es halten.
Kapitel 3: Sollten Christen die biblischen Speisegebote befolgen?
Kümmert Gott sich darum, was wir essen? In der Bibel gibt Gott Gesetze, die vorschreiben, dass wir kein Fleisch von bestimmten Tieren essen sollen. Diese Gesetze finden sich in den Büchern 3. Mose und 5. Mose (3. Mose 11; 5. Mose 14). Gemäß diesen Vorschriften sind Lebensmittel wie Schweinefleisch und Schalentiere nicht erlaubt. Sie werden als unrein definiert. In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird solches Fleisch als akathartos bezeichnet, was wörtlich „unrein“ oder "befleckt" bedeutet (BDAG 4. Aufl., ἀκάθαρτος).
Es scheint also, dass Gott sich tatsächlich darum kümmert, was wir essen. Er möchte nicht, dass wir etwas zu uns nehmen, das akathartos bzw. unrein ist. Doch warum ist ihm das wichtig? Gott fordert sein Volk auf, „heilig“ zu sein – das heißt, sich von der Welt abzusondern und sich ihm allein zu weihen (3. Mose 11,44-45; 5. Mose 14,2).
Dieses Gebot, heilig zu sein, findet sich in 3. Mose 11, einem Kapitel, das sich vollständig damit beschäftigt, welche Tiere gegessen werden dürfen und welche nicht.
Denn ich bin der Herr, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht verunreinigen mit irgendwelchem Getier, das auf der Erde kriecht!
Der Apostel Petrus wiederholt dieses Gebot:
Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«
Als Christen sollten wir daher in allen Bereichen unseres Lebens heilig sein, einschließlich dessen, was wir essen. Das ist der Grund, warum Gott Gesetze in Bezug auf Nahrung gegeben hat.
Allerdings glauben viele Menschen heute, dass Gottes Speisegesetze nicht mehr von Bedeutung sind. Sie verweisen auf mehrere Bibelstellen, die dies scheinbar nahelegen. Zum Beispiel sagte Jesus in Markus 7, dass nichts, was in einen Menschen hineingeht, ihn unrein machen kann. In Römer 14 erklärte Paulus, dass nichts an sich unrein ist. Und in Apostelgeschichte 10 erhielt Petrus eine Vision, in der ihm ausdrücklich gesagt wurde, er solle unreine Tiere essen. Aufgrund dieser Stellen sind viele der Ansicht, dass Gottes Speisegesetze aufgehoben wurden. Sie glauben, wir könnten alles essen, was wir möchten.
Aber sagen diese Bibelstellen wirklich, dass wir unreines Fleisch essen dürfen? Sagen sie wirklich, dass wir Dinge essen können, die Gott als akathartos betrachtet? Tatsächlich tun sie das nicht. Es stellt sich heraus, dass es im Neuen Testament zwei griechische Wörter gibt, die oft als „unrein“ übersetzt werden.
- Das eine ist akathartos, das sich auf Dinge wie Schweinefleisch und Schalentiere bezieht – also auf Dinge, die durch Gottes Gesetz verboten sind. Gott sagt, wir sollten solches Fleisch meiden, um heilig zu sein.
- Es gibt jedoch ein anderes Wort, das manchmal mit „unrein“ übersetzt wird – das Wort koinos. Koinos bedeutet „gewöhnlich“ oder "unheilig" (BDAG 4. Aufl., „κοινός“).
Die jüdische Tradition besagte, dass Lebensmittel „unheilig“ bzw. koinos werden konnten, wenn sie mit bestimmten Dingen oder bestimmten Personen in Kontakt kamen (Vgl. Colin House, „Defilement by Association: Some Insights From the Usage of KOINOS/KOINOU in Acts 10 and 11“, AUSS (1983), Bd. 21, Nr. 2: 143-153). Daher mieden einige jüdische Gruppen im ersten Jahrhundert, wie die Pharisäer, nicht nur Fleisch das akathartos war (also Fleisch das durch Gottes Gesetz verboten war), sondern auch Lebensmittel, die koinos waren, das heißt Lebensmittel, die nach ihrer außerbiblischen Tradition „unheilig“ waren.
Jesus, Petrus und Paulus sagten nicht, dass Gottes Speisegesetze aufgehoben sind. Sie sagten, dass wir keine außerbiblischen Traditionen in Bezug auf Speise befolgen sollten.
Betrachten wir Markus, Kapitel 7. In diesem Kapitel kritisieren die Pharisäer die Jünger Jesu, weil sie eine „Überlieferung der Alten“ ablehnen (Markus 7,2). Die Pharisäer fragen: "Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen (koinos) Händen?" (Markus 7,5).
Aufgrund ihrer Traditionen glaubten die Pharisäer, dass das Berühren von Lebensmitteln mit koinos Händen die Speisen koinos machte, was wiederum die Person koinos machte, wenn sie diese Speise aß.
Der Begriff akathartos, der sich auf Fleisch bezieht, das durch Gottes Gesetz verboten ist, wird in dieser Passage nirgends verwendet. Die Kontroverse hatte nichts damit zu tun, dass Jesus oder seine Jünger Gottes Speisegesetze ablehnten.
Tatsächlich wirft Jesus den Pharisäern vor, „die Gebote Gottes“ um ihrer Traditionen willen zu „verlassen“ und „aufzuheben“ (Markus 7,8-9, 13). Es wäre widersprüchlich, wenn Jesus die Pharisäer dafür kritisieren würde, Gottes Gebote zu verlassen, während er sie selbst ablehnt! In Markus 7 lehnte Jesus also nicht Gottes Speisegesetze ab; er lehnte die Tradition ab, dass eine Person unheilig wird, wenn sie Speisen isst, die mit unheiligen Händen berührt wurde.
Was ist mit Römer 14? Hier sagt Paulus: „Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, dass nichts an und für sich unrein ist; sondern es ist nur für den unrein (koinos), der etwas für unrein hält" (Römer 14,14). Auch hier ist das Wort, das als „unrein“ übersetzt wird, nicht akathartos. Paulus spricht nicht von Fleisch, das durch Gottes Gesetz verboten ist. Vielmehr geht es um reines Fleisch, das auf dem römischen Markt verkauft wurde. Einige jüdische Gläubige weigerten sich, dieses Fleisch zu essen, weil sie dachten, es sei „unheilig“ bzw. koinos. Warum hielten sie es für unheilig? Weil es mit Nichtjuden (Heiden) in Berührung kam.
Aber denk daran, Jesus lehnte diese Tradition ab. Er sagte, dass koinos Hände weder die Speise noch die Person, die sie isst, verunreinigen können. Und hier lehnt auch Paulus diese Tradition ab. Er sagt, dass nichts "an und für sich koinos ist" (Römer 14, 14). Allerdings möchte er, dass Juden und Heiden Gemeinschaft miteinander haben, auch wenn einige der Juden Traditionen haben, mit denen er nicht übereinstimmt.
Daher ermutigt er diejenigen, die er als „stark“ bezeichnet – diejenigen, die mit Jesu Lehren über koinos übereinstimmen –, Rücksicht auf diejenigen zu nehmen, die er als „schwach“ ansieht (Römer 14,2; 15,1.).
Um der Einheit willen rät er den „Starken“, darauf zu achten, kein Fleisch, das auf dem heidnischen Markt gekauft wurde, vor Menschen zu essen, die es für koinos halten, obwohl es in Wirklichkeit keine Speise gibt, die koinos ist.
Dies ähnelt Dingen, die wir heute aus Respekt voreinander tun. Obwohl die Bibel den Konsum von Alkohol nicht verbietet, wäre es am besten, Alkohol in Gegenwart eines Gläubigen, der trockener Alkoholiker ist, nicht zu trinken. Dieser Gläubige hat eine Schwäche gegenüber Alkohol, obwohl die Bibel Alkohol erlaubt. Ebenso gab es zu Paulus' Zeit Gläubige, die eine Schwäche in Bezug auf diese Tradition des koinos hatten. Paulus sagte nicht, dass die Speisegesetze der Bibel optional oder irrelevant seien; er sagte, dass diese Traditionen keine biblische Grundlage hatten und dass die Einheit unter den Gläubigen wichtiger sei als die strikte Einhaltung solcher menschlichen Überlieferungen.
Was ist also mit Apostelgeschichte 10? In diesem Kapitel wird Petrus ein Tuch gezeigt, das mit Tieren gefüllt ist, und eine Stimme fordert ihn auf, „schlachte und iss“ (Apostelgeschichte 10,11-13). Petrus antwortet: „Keineswegs, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines [koinos] oder Unreines [akathartos] gegessen“ (Apostelgeschichte 10,14).
Hier werden also beide Begriffe, koinos und akathartos, verwendet. Es scheint also, als ob Gott Petrus auffordert, Tiere zu schlachten und zu essen, die akathartos sind. Das scheint die Sache zu klären, oder? Bedeutet das nicht, dass Gott damit einverstanden ist, dass wir unreine Tiere essen?
Nun, nicht so schnell. Tatsächlich sagte Gott Petrus nicht, dass er die unreinen Tiere auf dem Tuch essen solle. Er sagte ihm, er solle die koinos – also die gewöhnlichen – Tiere essen.
Vers 15 sagt: „Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein [koinos]!“ (koinos) Du siehst, Petrus dachte, er könne die reinen Tiere auf dem Tuch nicht essen, weil sie zusammen mit den unreinen Tieren waren. Er dachte, die reinen Tiere seien koinos bzw. unheilig geworden. Doch das war nicht der Fall. Gott sagte ihm, dass diese Tiere rein waren, obwohl sie von Unreinheit umgeben waren.
Aber das Wichtigste daran ist, dass diese Vision überhaupt nicht von Tieren handelte. Wie wir später in der Passage erfahren, ging es in dieser Vision tatsächlich um Menschen (Apostelgeschichte 10,28). Gott wollte, dass Petrus aufhört zu denken, er sei „unheilig“, wenn er mit Heiden zusammen ist. Die Vision zeigte Petrus, dass die sozialen Grenzen zwischen Juden und Heiden völlig menschengemacht waren. Wie Petrus sagte: „mir hat Gott gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll“ (Apostelgeschichte 10,28). Petrus' Vision hatte nichts damit zu tun, Gottes Speisegesetze abzuschaffen. Es ging darum, Heiden als vollwertige Mitglieder des Reiches Gottes anzunehmen und nicht als unheilige Bürger zweiter Klasse zu benachteiligten.
Kümmert Gott sich also darum, was wir essen? Ja, das tut er. Es gibt zwei ganze Kapitel in der Bibel, die uns sagen, was wir essen und was wir nicht essen sollen, und die Stellen, die diesen Kapiteln scheinbar widersprechen, tun dies tatsächlich überhaupt nicht. Die Bibel argumentiert nicht gegen Gottes Speisegebote; sie argumentiert gegen außerbiblische Traditionen, die unnötige Barrieren zwischen Juden und Heiden schufen. Wie Petrus ermutigen wir dich, „heilig“ zu sein in allen Bereichen deines Lebens, einschließlich dessen, was du isst.
Es mag wie eine kleine Sache erscheinen, aber wir sollten sowohl in den kleinen als auch in den großen Dingen treu sein. Schließlich ermutigte Jesus seine Nachfolger, selbst „die kleinsten“ Gebote zu tun und zu lehren (Matthäus 5,19).
Kapitel 4: Wie das Christentum vom Sabbat zum Sonntag überging
Warum halten die meisten modernen Christen den Sabbat am Sonntag? Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass Gott den Sabbat im Neuen Testament auf den Sonntag verlegt hat.
Beispielsweise heißt es in der Westminster Confession:
„Von Beginn der Welt bis zur Auferstehung Christi war [der Sabbat] der letzte Tag der Woche; und seit der Auferstehung Christi wurde er auf den ersten Tag der Woche verlegt.“ (Westminster Confession XXI:VII)
Viele Christen wären jedoch überrascht zu erfahren, dass das Neue Testament selbst nicht lehrt, dass der Sabbat verändert wurde. Die Apostel hielten den Sabbat auch lange nach der Auferstehung des Messias weiterhin am siebten Tag ein. Und wie wir sehen werden, wurde der Sonntag erst Jahrhunderte nach der Zeit der Apostel in der Christenheit allgemein als Ersatz für den Sabbat angesehen.
Einige mögen argumentieren, dass das Neue Testament davon spricht, dass die Apostel sich am ersten Tag der Woche, dem Sonntag, versammelten. Es gibt eine – vielleicht zwei – Stellen, die erwähnen, dass frühe Gläubige sich am Sonntag trafen (Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 16,2). Allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass es sich um wöchentliche Versammlungen handelte, geschweige denn, dass die frühesten Christen die Absicht hatten, den Sabbat zu ändern.
Tatsächlich belegt die Apostelgeschichte, dass die frühesten Christen den Sabbat weiterhin am siebten Tag hielten (Apostelgeschichte 13,13-52; 16,13; 17,2; 18,4). Lukas berichtet, dass es Paulus' „Gewohnheit“ war, am Sabbat in der Synagoge anzubeten, genauso wie es Jesu Gewohnheit war (Apostelgeschichte 17,2; vgl. Lukas 4,16). Der Neutestamentler Herold Weiss schreibt:
"Das Neue Testament zeigt, dass der Sabbat in den frühen christlichen Gemeinden eine bedeutende Stellung einnahm." (Herold Weiss, A Day of Gladness: The Sabbath among Jews and Christians in Antiquity)
Da die Bibel die Ersetzung des Sabbats durch den Sonntag nicht bestätigt, stellt sich die Frage: Wie kam es dazu, dass die meisten Christen heute am Sonntag statt am Sabbat Gottesdienst feiern?
Dieser Frage werden wir gleich nachgehen. Doch zunächst: Obwohl der Übergang vom Sabbat zum Sonntag früh in der Kirchengeschichte begann, geschah er weder sofort noch einheitlich unter den Christen – ein Umstand, der viele überraschen dürfte.
Beispielsweise bezeugen zwei Kirchenhistoriker des fünften Jahrhunderts – Sokrates Scholastikus und Sozomenus, dass fast alle Christen außerhalb von Alexandria und Rom den Sabbat weiterhin neben dem Sonntag eihielten (Sokrates Scholastikus, Kirchengeschichte 5.22; Sozomenus, Kirchengeschichte 7.19 (Columbia, SC: University of South Carolina Press, 2013), S. 117).
Wie der Gelehrte Kenneth Strand feststellt, zeigt diese Evidenz, dass „selbst noch im fünften Jahrhundert fast die gesamte christliche Welt sowohl den Samstag als auch den Sonntag für besondere Gottesdienste einhielt“ (Kenneth A. Strand, „The Sabbath and Sunday From the Second Through Fifth Centuries“, The Sabbath in Scripture and History (Washington, D.C.: Review and Herald Publishing, 1982), S. 324). Die frühesten Christen betrachteten den Sonntag also nicht als Ersatz für den Sabbat. Der Sonntag war ein eigener religiöser Tag.
Außerhalb von Alexandria und Rom hielten die meisten Christen beide Tage ein. Was also geschah?
Nun, im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. gab es zunehmende Konflikte zwischen den Juden und dem Römischen Reich. Diese Konflikte „machten es für die Christen notwendig, eine neue Identität zu entwickeln, um den repressiven und strafenden Maßnahmen (fiskalisch, militärisch, politisch und literarisch), die gegen die Juden gerichtet waren, zu entgehen“ (Lawrence T. Geraty, „From Sabbath to Sunday: Why, How and When?“, Partings: How Judaism and Christianity Became Two (Washington, DC: Biblical Archaeology Society, 2013), S. 266).
In Alexandria und Rom, wo die Verfolgung der Juden besonders heftig war (Josephus, Antiquitäten 18.8.1; 19.5.2; Jüdische Kriege, 2.18.7), gab es einen starken Anreiz, das Christentum vom Judentum zu trennen. Dies führte dazu, dass die christlichen Gemeinden in diesen Orten die Sabbatfeier frühzeitig aufgaben (siehe Skip MacCarty, „The Seventh-Day Sabbath“, Perspectives on the Sabbath: 4 Views* (Nashville, TN: B&H Academic, 2011), S. 42). Doch auch diese Beweggründe waren nicht universell.
Wie wir bereits gesehen haben, hielten die meisten Christen außerhalb von Alexandria und Rom den Sabbat zusätzlich zum Sonntag noch bis ins fünfte Jahrhundert n. Chr. ein. Auf jeden Fall betrachteten die frühesten Christen den Sonntag nicht als Ersatz für den Sabbat. Der Sonntag war ein eigener religiöser Tag.
Tatsächlich war der Sonntag ursprünglich nicht einmal ein Ruhetag (Kenneth A. Strand, „The Sabbath and Sunday From the Second Through Fifth Centuries“, The Sabbath in Scripture and History Washington, D.C.: Review and Herald Publishing, 1982), S. 330). Wie wurde der Sonntag dann schließlich als „christlicher Sabbat“ anerkannt? Am 7. März 321 n. Chr. erließ Kaiser Konstantin ein Dekret, das den Sonntag zum Ruhetag erklärte (Codex Justinianus 3.12.3).
Der christliche Historiker Justo González fasst die Bedeutung dieses Erlasses für die Christen wie folgt zusammen:
„Nun, da der Sonntag zu einem Ruhetag geworden war, mussten zivile Gesetze festlegen, welche Arbeit an diesem Tag erlaubt war. Dies wurde bald von kirchlichen Gesetzen gefolgt, die ebenfalls bestimmten, welche Aktivitäten am Sonntag erlaubt und welche verboten waren. Unter solchen Umständen ist es nicht überraschend, dass der Sonntag nun mit der Sabbatruhe und dem Gebot, das sie anordnet, in Verbindung gebracht wurde. Dies war die große Veränderung, die durch Konstantins Dekret eingeführt wurde. Es schuf eine Verbindung zwischen Sonntag und Sabbatruhe, die in der früheren christlichen Lehre und Frömmigkeit nicht vorhanden war. Langfristig führte dies zu Diskussionen darüber, ob der Sonntag den Sabbat abgeschafft habe, ob der christliche Gottesdienst am Sabbat stattfinden sollte und so weiter.“ (Justo L. González, A Brief History of Sunday: From the New Testament to the New Creation (Grand Rapids, MI: Eerdmans Publishing, 2017), S. 45)
Das Dekret Konstantins öffnete die Tür für spätere kirchliche Autoritäten, die Sabbatfeier zu entmutigen und ausschließlich die Sonntagsfeier vorzuschreiben.
Beispielsweise forderte etwa sechzig Jahre nach diesem Erlass das Konzil von Laodicea in Kanon 29:
„Christen dürfen nicht judaisieren, indem sie am Sabbat ruhen, sondern sie müssen an diesem Tag arbeiten und stattdessen den Tag des Herrn [Sonntag] ehren; und, wenn sie können, dann als Christen ruhen.“ (Konzil von Laodicea, Kanon 29. Zitiert in D. Thomas Lancaster, From Sabbath to Sabbath: Returning the Holy Sabbath to the Disciples of Jesus (Marshfield, MO: First Fruits of Zion, 2016), S. 269.)
Im Laufe der Zeit verurteilten kirchliche Autoritäten die Sabbatfeier zunehmend und förderten ausschließlich die Sonntagsfeier.
Wie Strand feststellt:
„Dieser Prozess führte zu einem weit verbreiteten Konflikt zwischen dem Sonntag und dem Sabbat am siebten Tag, und schließlich verdrängte dieser Sonntags-, Sabbat' im Mittelalter den ursprünglichen Sabbat am Samstag allgemein in ganz Europa.“ (Kenneth A. Strand, „The Sabbath and Sunday From the Second Through Fifth Centuries“, The Sabbath in Scripture and History (Washington, D.C.: Review and Herald Publishing, 1982), S. 330.)
Nach der Reformation wurde in englischsprachigen Ländern der Sonntag nicht nur zum Ersatz für den Sabbat, sondern sogar selbst als „Sabbat“ bezeichnet.
Protestantische Glaubensbekenntnisse, Predigten und Literatur aus dieser Zeit bekräftigen alle das Sabbatgebot, doch gemeint war damit der Sonntag. Somit wurde der Sabbat nicht durch die Schrift, sondern durch politische Erlasse und Kirchenkonzile, Jahrhunderte nach der Zeit der Apostel, vom Samstag auf den Sonntag verlegt.
Um klar zu sein: Es ist nichts falsch daran, am Sonntag oder an einem anderen Tag in die Kirche zu gehen. Historisch gesehen wissen wir, dass Christen an Sonntagen Gottesdienste abhielten.
Es gibt jedoch ein Problem, wenn wir Gebote brechen, um Traditionen zu bewahren. Wir dürfen nicht wie die Pharisäer sein, die Jesus mit folgenden Worten tadelte: „Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten“ (Markus 7,9).
Mögen wir als Christen die Schrift als unsere letzte Autorität hochhalten. Das vierte Gebot fordert uns auf, den Sabbat zu ehren. Der siebte Tag – nicht der erste oder irgendein anderer – ist der heilige Tag, den Gott uns zu halten geboten hat. Lasst uns, wie die Apostel, der Schrift gehorchen und den Sabbat im Gedächtnis bewahren.
Kapitel 5: Wie die biblischen Feste auf Christus hinweisen
In der Bibel hat Gott bestimmte Zeiten festgelegt, die sein Volk beachten soll. Diese festgesetzten Zeiten, auf Hebräisch "Mo'edim" genannt, werden in 3. Mose 23 beschrieben. Viele Menschen sehen diese Mo'edim oft als jüdische Traditionen an, aber wusstest du, dass sie Gottes Plan der Erlösung durch Jesus Christus abbilden?
Die Mo'edim weisen prophetisch auf beide Zeitpunkte hin, zu denen Christus kommen würde. Die Feste, die im Frühjahr gefeiert werden, erzählen prophetisch die Geschichte des ersten Kommens Christi. Sie veranschaulichen sein Wirken, seinen Tod, seine Auferstehung sowie die Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Feste, die im Herbst begangen werden, symbolisieren das zweite Kommen Christi. Sie zeigen seine triumphierende Rückkehr, sein Gericht über die Welt und die Entstehung des neuen Himmels und der neuen Erde.
Lasst uns einen Blick auf die Mo'edim werfen, um zu sehen, wie sie auf Christus deuten.
Das Passah und das Fest der Ungesäuerten Brote (Frühling)
Das erste jährliche Fest, das Gott für sein Volk festgelegt hat, ist das Passahfest (3. Mose 23,5). Dieses Fest feiert die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten und ihre Errettung vor dem Tod. Während des ersten Passahfestes (2. Mose 12) wurde das Blut eines Lammes an die Türpfosten jedes israelitischen Hauses gestrichen, wodurch das Haus vor dem Engel des Todes geschützt wurde.
Dies ist ein beeindruckendes Bild für das Blut Christi. Christus wird als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ bezeichnet (Johannes 1,29). Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, rettet uns vor dem Tod, der durch die Sünde verursacht wird, und schenkt allen, die glauben, Erlösung und ewiges Leben.
Als unser Messias sagte: „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden“ (Johannes 10,9), bezog er sich auf die Tür beim Passahfest, an die das Blut des Lammes gestrichen wurde. Das sühnende Werk Christi am Kreuz rettet uns vor dem Gesetz der Sünde und des Todes, genauso wie das Blut des Passahlammes die Israeliten vor dem Tod bewahrte. (Für eine vertiefte Betrachtung sieh dir bitte das Video "The Threshold Covenant" auf https://www.119ministries.com/teachings/ an)
Auf das Passahfest folgen die sieben Tage des Festes der Ungesäuerten Brote (3. Mose 23,6-8). Sauerteig ist das, was Brot „aufgehen“ lässt. Während dieser sieben Tage darf kein Sauerteig gegessen oder in den Häusern gefunden werden.
Sauerteig steht symbolisch für die Traditionen und Lehren der Menschen, die zwar manchmal gut sein können (Matthäus 13,33; Matthäus 16,12), aber auch in geistliche Knechtschaft führen (Matthäus 16,6, 11-12; Markus 8,15; Galater 5,9) und Heuchelei fördern können (Lukas 12,1-5). Als Beispiel dafür dienen die Sadduzäer und Pharisäer im ersten Jahrhundert.
Das ungesäuerte Brot symbolisiert die reine Lehre Christi. Während seines Wirkens lehrte Jesus die unverfälschte und vollkommene Auslegung des Wortes Gottes, frei von menschlichen Zusätzen. Das Entfernen des Sauerteigs aus unseren Häusern erinnert uns daran, zu den reinen Lehren Christi zurückzukehren. So wie Gottes Volk ab dem ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote aus der Knechtschaft in Ägypten befreit wurde, befreit uns Christus durch seine Lehren auch aus der geistlichen Knechtschaft menschlicher Überlieferungen.
Die Erstlingsfrüchte (Frühling)
Kurz nach dem Passahfest folgt der Tag der Erstlingsfrüchte (3. Mose 23,10). An diesem Tag wurden die ersten Erträge der Frühjahrsernte Gott als Opfer dargebracht. Dies weist prophetisch auf die Auferstehung Christi hin, der als „Erstling der Entschlafenen“ bezeichnet wird (1. Korinther 15,20). Dieser Tag steht für seinen Sieg über den Tod und gibt uns die Gewissheit, dass auch wir durch Christus den Sieg über den Tod erlangen werden. Christi Auferstehung als Erstlingsfrucht ebnet den Weg dafür, dass auch wir bei unserer zukünftigen Auferstehung zu einer Art von Erstlingsfrüchten werden (2. Thessalonicher 2,13; Jakobus 1,18; Offenbarung 14,4).
Das Wochenfest (Spätfrühling)
Das nächste festgelegte Fest ist das Wochenfest, auch bekannt als Pfingsten oder auf Hebräisch Schawuot (3. Mose 23,15-21).
Dies ist der Tag, der in Apostelgeschichte, Kapitel 2, beschrieben wird, als die Apostel den Heiligen Geist empfingen. Das Wochenfest wurde gefeiert, indem die ersten und besten Früchte der Sommerernte Gott dargebracht wurden.
Christus war die Erstlingsfrucht bei seiner Auferstehung. Dies führt uns dazu, dass die Apostel am Tag von Schawuot, 50 Tage später, den Heiligen Geist empfingen.
Dieses Fest markiert einen bedeutenden Übergang zur Erfüllung der Verheißungen des Neuen Bundes. Das Kommen des Heiligen Geistes an Schawuot ermöglichte es, dass Gottes Gesetz in unsere Herzen geschrieben wird und befähigt uns, es so zu befolgen, wie es unser Messias vorgelebt und gelehrt hat (Jeremia 31,33; Hesekiel 36,26-27).
Darüber hinaus wird an Schawuot eine weitere prophetische Bedeutung deutlich: Zwei „gesäuerte Brote“ wurden Gott dargebracht (3. Mose 23,17), die möglicherweise die zukünftige „zweite Auferstehung“ symbolisieren, die nach dem 1.000-jährigen Reich stattfinden wird (Offenbarung 20,1-6). Damit stellt dieses Fest das prophetische Kernstück aller Mo'edim dar, das auf die messianische Erfüllung hinweist.
Das Posaunenfest (Herbst)
Der Tag des Posaunenblasens – auch bekannt als Jom Teruah – ist das erste Fest der Herbstfeste (3. Mose 23,23-25). Im Judentum wird dieser Tag traditionell als Rosch Haschana bezeichnet. An diesem Tag werden Posaunen bzw. Shofars geblasen, und ein lauter Schall, ein Teruah, ertönt. Dies weist prophetisch auf den Tag der Rückkehr Christi hin, an dem Posaunen erschallen werden und er seine Auserwählten aus den vier Enden der Erde zur ersten Auferstehung versammeln wird. Wenn Gläubige den Klang des Schofars hören, warten sie sehnsüchtig auf den Tag, an dem Christus zurückkehren und seine Auserwählten aus allen Himmelsrichtungen sammeln wird (Jesaja 27,13; Matthäus 24,31).
Der Versöhnungstag (Herbst)
Nach dem Tag des Posaunenblasens folgt der Versöhnungstag, auch Jom Kippur genannt. An diesem Tag wurden Opfer dargebracht, um die Sünden des Volkes zu sühnen. Dies dient als Abbild von Gericht und Sühne, also für die zukünftigen Konsequenzen für die Gottlosen und Versöhnung für die Gerechtfertigten (3. Mose 23,26-32).
Die tiefere Bedeutung von Jom Kippur geht über die individuelle Buße hinaus und zeigt einen Bericht von der endgültigen Sühne und der erwarteten Wiederherstellung aller zwölf Stämme Israels im Land Israel. Dieser Tag stellt prophetisch die letzte Gelegenheit zur Buße bzw. Teshuva, für die Welt dar. Jom Kippur verkörpert eine tiefgründige Botschaft der Erlösung und den gemeinsamen Weg zur Versöhnung und Gunst.
Das Laubhüttenfest (Herbst)
Das letzte der jährlichen Feste ist das Laubhüttenfest, auch Sukkot genannt (3. Mose 23,39-43). Dies ist die Zeit, in der die Ernte des Sommers vollständig eingebracht wird. Dieses Fest erinnert die Gläubigen an den Tag, an dem der Messias die Ernte seines Volkes sammeln und sein Reich auf der Erde errichten wird. Es ist eine Festzeit, in der Gottes Volk aufgefordert wird, sieben Tage lang in Laubhütten zu wohnen, bis zum achten Tag (3. Mose 23,42), der in der Tradition als der „letzte große Tag“ bezeichnet wird (Johannes 7,37).
Es symbolisiert die Zeit, in der wir mit Christus in seinem Reich wohnen werden, bevor wir in den neuen Himmel und die neue Erde übergehen, die uns in die Ewigkeit führen. Der Prophet Sacharja sagt uns, dass alle Nationen dieses Fest halten werden, wenn Christus als König von Israel aus regieren wird.
Und es wird geschehen, dass alle Übriggebliebenen von all den Heidenvölkern, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. Und es wird geschehen: Dasjenige von den Geschlechtern der Erde, das nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten, über dieses wird kein Regen fallen.
Warum werden alle Nationen verpflichtet sein, diese festgelegte Zeit einzuhalten? Könnte es sein, weil dieses Fest – wie auch alle anderen festgelegten Zeiten – Feste zu Ehren Christi sind?
Genauso wie das Werk Christi nicht abgeschafft wurde, ist es offensichtlich, dass auch die festgelegten Zeiten die sein Werk symbolisieren nicht abgeschafft wurden.
Der 7. Tag (Sabbat)
Der letzte und vielleicht wichtigste der Mo'edim in 3. Mose 23 ist nicht Teil der jährlichen Feste, sondern der wöchentliche 7. Tag – auch bekannt als der Sabbat (3. Mose 23,3). Der Sabbat ist einfach ein Tag der Ruhe.
Er ist ein Tag, der für den Menschen geschaffen wurde (Markus 2,27), und er repräsentiert die Ruhe, die wir in Christus am Ende erlangen werden (Hebräer 4). Der Sabbat weist prophetisch auf das kommende tausendjährige Reich des Messias hin, in dem wir mit ihm ruhen und herrschen werden (Offenbarung 20,1-6). Aus diesem Grund wird er oft als der „Tag des Herrn“ bezeichnet (2. Thessalonicher 2), und das ist auch der Grund, warum Christus sich selbst als Herr über den Sabbat bezeichnete (Matthäus 12,8).
Auf diese Weise erinnert uns die Einhaltung des Sabbats jede Woche freudig an das zweite Kommen unseres Messias als König und an die Ruhe und den Frieden während des tausendjährigen Reiches, auf das wir mit großer Vorfreude warten.
Kapitel 6: Gottes Gesetz in der biblischen Prophezeiung
Wenn Gottes Gesetz nach der Kreuzigung wirklich abgeschafft wurde, warum betont die Heilige Schrift dann immer wieder dessen Bedeutung für zukünftige Ereignisse? (Vgl. 66:23)
Könnte es sein, dass Gottes Gesetz nicht abgeschafft wurde, sondern auch für dich als Gläubigen heute noch relevant ist? Lass uns einige biblische Prophezeiungen betrachten:
In Sacharja 14,16-21 wird eine Zeit im Tausendjährigen Reich beschrieben, in der die Überlebenden der Nationen jedes Jahr nach Jerusalem kommen, um das Laubhüttenfest zu feiern.
Und es wird geschehen, dass alle Übriggebliebenen von all den Heidenvölkern, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.
Und es wird geschehen: Dasjenige von den Geschlechtern der Erde, das nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten, über dieses wird kein Regen fallen. Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufzieht und nicht kommt, dann wird er auch über sie nicht fallen. Das wird die Plage sein, mit welcher der Herr die Heidenvölker schlagen wird, die nicht heraufkommen wollen, um das Laubhüttenfest zu feiern. Das wird die Strafe für die Ägypter und die Strafe für alle Heidenvölker sein, die nicht hinaufziehen wollen, um das Laubhüttenfest zu feiern.
Wer sich weigert, daran teilzunehmen, muss mit Konsequenzen rechnen, die einer Dürre gleichen. Warum sollte dieses Fest weiterhin von Bedeutung sein, wenn Gottes Gesetz angeblich keine Rolle mehr spielt?
In Hesekiel 40-48 wird von einem zukünftigen Tempel im Tausendjährigen Reich gesprochen, in dem das levitische Priestertum und die Opfer wieder eingeführt werden. Warum sollten diese Praktiken wiederkehren, wenn Gottes Anweisungen dafür nicht mehr gelten?
In Offenbarung 18,2 wird scheinbar zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden, was die Speisegesetze aus 3. Mose 11 widerspiegelt.
Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen (akathartos; das Wort für unreine Tiere aus der Septuaginta vgl. oben) und verhassten Vögel.
Wenn alle Tiere rein sind, warum ist dort von unreinen Vögeln die Rede? Warum sollte diese Unterscheidung in der Zukunft fortbestehen, wenn das Gesetz, das sie vorschreibt, angeblich abgeschafft wurde?
Jesaja 66,15-17 prophezeit, dass diejenigen, die unreine Tiere wie Schweine und Mäuse essen, in der Endzeit gerichtet werden.
Denn siehe, der Herr wird im Feuer kommen und seine Streitwagen wie der Sturmwind, um seinen Zorn in Glut zu verwandeln und seine Drohungen in Feuerflammen. Denn mit Feuer und mit seinem Schwert wird der Herr alles Fleisch richten; und die vom Herrn Erschlagenen werden eine große Menge sein. Die sich heiligen und reinigen für die [Götzen-] Gärten und einer anderen nachlaufen, inmitten derer, welche Schweinefleisch, Mäuse und andere Gräuel essen – alle zusammen sollen sie weggerafft werden!, spricht der Herr.
Warum sollte dieses Verhalten Verdammnis hervorrufen, wenn die Speisegebote nicht mehr gelten?
Wusstest du, dass die Schrift lehrt, dass im 1000-jährigen Reich Gottes Gesetz von Jerusalem ausgehen wird?
Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn fest gegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: »Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.
Jesaja 66,23, Hesekiel 46,1-4 und Jesaja 2,2-3 beschreiben alle, wie das Gesetz auch nach der Rückkehr Jeschuas weiterhin eingehalten wird. Menschen aus allen Nationen werden nach Jerusalem strömen, um Gottes Wege zu lernen. Warum wird Gottes Gesetz als wichtiger Teil von Gottes Plan für die Menschheit dargestellt, wenn es angeblich abgeschafft wurde?
Offenbarung 14,12 identifiziert die Heiligen als diejenigen, die Gottes Gebote halten und an Jeschua glauben.
Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren!
Warum wird die Einhaltung der Tora als ein entscheidendes Merkmal von Gottes Volk in der Endzeit hervorgehoben?
Diese zukünftigen Prophezeiungen zeigen deutlich, dass Gottes Gesetz nicht überholt ist, sondern ein ewiger Ausdruck seines Willens für die Menschheit bleibt. Sie betonen, dass seine Gebote sowohl im Tausendjährigen Reich als auch heute von Bedeutung sein werden. Solltest du nicht bereits heute damit beginnen, sie gehorsam zu befolgen?
Gottes Gesetz ist kein starres Regelwerk, sondern ein Ausdruck seiner Liebe und Weisheit. Es zeigt uns, wie wir in Beziehung zu ihm und unseren Mitmenschen leben können. Indem wir seine Gebote achten, ehren wir ihn und zeigen unseren Glauben an seine Führung.
Logos Apologetik
Wenn du genauer verstehen möchtest, was das Neue Testament über Gottes Gesetz lehrt, empfehlen wir dir den deutschen YouTube-Kanal „Logos Apologetik“ (YouTube: Logos Apologetik).
Zusätzlich bieten wir einen Telegram-Kanal (Telegram: Biblische Lehre Austausch) an, auf dem du Fragen zu diesem Thema stellen kannst und Antworten erhältst.
Wir laden dich herzlich ein, unsere Kanäle zu besuchen und dich mit uns auszutauschen.
Falls du das Thema der Festtage noch weiter vertiefen möchtest, findest du bei 119 Ministries mehrere tiefgehende Lektionen auf Englisch. Besonders empfehlen wir die Serie "The Mo'edim", die jede der von Gott festgelegten Zeiten und ihre prophetische Bedeutung im Detail beleuchtet.
Fazit
Das Gesetz Gottes ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiger Ausdruck seines Willens für unser Leben. Es ist ein Geschenk, das uns Freiheit, Heiligkeit und tiefe Gemeinschaft mit ihm schenkt. Durch die Gebote lernen wir, Gott zu lieben, unseren Nächsten zu achten und ein Leben zu führen, das ihn ehrt.
In diesem Artikel haben wir gesehen, dass Jesus das Gesetz nicht abgeschafft, sondern erfüllt hat. Paulus lehrte nicht gegen die Gebote, sondern zeigte uns, wie wir sie durch den Geist Gottes leben können.
Besonders die biblischen Feste sind nicht nur Erinnerungen an Gottes Wirken in der Vergangenheit – sie weisen prophetisch auf Christus hin und offenbaren seinen Plan der Erlösung.
- Passah erinnert uns an das Opfer Christi, des Lammes Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
- Das Fest der Ungesäuerten Brote zeigt uns, wie wir durch Christus von der Sünde gereinigt werden.
- Das Fest der Erstlingsfrüchte feiert die Auferstehung Jesu, der als Erstling der Entschlafenen den Weg für unsere Auferstehung ebnete.
- Das Wochenfest (Pfingsten) feiert die Ausgießung des Heiligen Geistes, der uns befähigt, Gottes Gesetz in unseren Herzen zu leben (Jeremia 31:31).
- Das Posaunenfest weist auf die Rückkehr Christi hin, wenn er sein Volk sammeln wird.
- Der Versöhnungstag (Jom Kippur) erinnert uns an die endgültige Sühne und Versöhnung durch Christus im 1000 Jährigen Reich.
- Das Laubhüttenfest weist auf die zukünftige Herrschaft Christi und die ewige Gemeinschaft mit ihm hin.
Diese Feste sind nicht nur für das alte Israel bestimmt – sie sind auch heute noch Wegweiser zu einem Leben in Fülle und Freude. Als Gläubige sind wir durch Christus in das Volk Israel eingepfropft (Römer 11,17; Epheser 2,12, 19) und dürfen diese Feste als Teil unserer geistlichen Identität feiern. Sie helfen uns, Gottes Plan tiefer zu verstehen und unsere Beziehung zu Christus zu stärken.
Gott ruft uns dazu auf, heilig zu sein, wie er heilig ist (3. Mose 11,44; 1. Petrus 1,16). Durch die Gebote sondert er uns von der Welt ab, damit wir ein Licht für die Nationen sind und seine Herrlichkeit widerspiegeln. Die Gebote sind nicht nur Regeln sie sind ein Ausdruck seiner Liebe und ein Werkzeug, um uns zu prägen und zu reinigen. Indem wir sie halten, zeigen wir unsere Hingabe an ihn und unsere Absonderung von den Wegen der Welt.
Möge dieser Artikel dich ermutigen, Gottes Wort neu zu entdecken und seine Gebote mit einem offenen Herzen anzunehmen. Denn in ihnen finden wir nicht nur Weisheit und Segen, sondern auch die Schönheit eines Lebens, das ganz auf Gott ausgerichtet ist.
Denn ich bin der HERR (JHWH), euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig...
Möge dieses Licht dich auf deinem Weg begleiten und dich näher zu Christus führen.
Shalom und Gottes Segen!